Die Geschichte

Der Wassersportclub Ochtum e.V. ( WCO ) kann in diesem Jahr auf sein 57-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Gründungsversammlung fand am 11. April 1948 statt. An diesem Tag traf sich eine kleine Gruppe Wassersportbegeisterter in der Gastwirtschaft Ahrens an der Stromer Landstraße 21. Sie suchten Platz für ihre Boote und hatten gehört, dass hier an der Ochtum ein altes Bootshaus vorhanden war und zur Verpachtung anstand, weil der seit 1922 ansässig gewesene frühere Wassersportclub Ochtum ( WSO ) infolge der Kriegswirren auseinander gefallen war. Die Interessenten wurden sich schnell einig, beschlossen die Vereinsgründung und pachteten das Bootshaus und zugehörige Gelände. Name und Stander des früheren Vereins wurden übernommen, die Abkürzung in WCO geändert. Zu den damaligen 8 Gründern des heutigen WCO gehörten Christian Ahrens und Günter Brüggemann, beide sind heute noch Mitglieder des Vereins und haben lange Jahre als 1. Vorsitzende und in anderen Funktionen in der Vorstandsarbeit mitgewirkt.

 

 

Die zurückliegenden 50 Jahre wurden durch die große Verbundenheit der Mitglieder mit dem Wassersport und ihre Bereitschaft, in diesem Zusammenhang für die Vereinsbelange gemeinsam einzutreten, geprägt. Sonst könnten sie heute nicht mit Stolz auf die geschaffenen Bootshäuser und Anlagen blicken, die überwiegend in Eigenarbeit erstellt wurden. In die Chronik des Vereins gehören also insbesondere die in diesem Zusammenhang stehenden Abläufe.

 

 

 

Der WCO hatte im Anfang einen nur geringen Mitgliederbestand, so dass das alte gepachtete Bootshaus für die Unterbringung der Boote genügte. Aber schon ein Jahr später zeigte sich, dass das Bootshaus dem schnell größer werdenden Bootsbestand nicht mehr gewachsen war. Deshalb wurde ein daneben gelegenes, frei gewordenes Wochenendhaus hinzugepachtet. Aber auch dies war nur eine Notlösung, denn einmal waren diese Schuppen stark baufällig und zum anderen reichte der Platz immer noch nicht aus. Es musste also ein neues, massives Bootshaus her, das dann 1950 entstand. Jetzt stellte sich ein neues Problem ein, denn während das Bootsmaterial anfangs nur aus Paddelbooten und Kanadiern, also Innenliegern, bestand, kamen die ersten Außenlieger hinzu. Auch hier gab es eine ständig fortschreitende Entwicklung. Die ersten Boote lagen noch quer in der Ochtum mit dem Bug am Bollwerk. Da der Platz zu eng wurde, befestigte man ab 1952 die Boote in der Stromrichtung an Pfählen. Diese Anlage erwies sich als gute Lösung und wurde im Laufe der Jahre ständig erweitert. Das Anwachsen der Außenlieger-Flotte machte außerdem die Vergrößerung des Pachtgeländes, die Errichtung einer festen Winterüberdachung und einer Slipanlage sowie weiterer notwendiger Einrichtungen erforderlich.

 

Der Stammplatz des Vereins in Strom ist heute noch Treffpunkt und Winterlager für unsere Motorbootfahrer und Kanuten, der allerdings häufig unter Winterhochwasser

zu leiden hatte. Der Clubraum musste mehrfach total renoviert werden und die Boote drohten so manches Mal von ihren Winterlagerböcken aufzuschwimmen.

 

Die Sturmflut 1962 jedoch, war der Auslöser des neuen Küstenschutzprogrammes und führte zur Planung und Bau des Ochtum-Sperrwerkes, im Zuge dessen, sich eine Umorganisation der Wassersportanlagen der Ochtumvereine ergab. Seit dem Bau des Ochtum-Sperrwerkes im Jahre 1975 änderte sich deshalb auch die Vereinsstruktur nachhaltig. In diesem Zusammenhang entstand die IGO (Interessengemeinschaft Ochtum), einer aus fast allen an der Ochtum beheimateten Wassersportvereinen gebildeten Gemeinschaft. Sie konnte nach langwierigen Verhandlungen mit den Dienststellen und ehemaligen Anrainern erreichen, daß im neuen Ochtum-Durchstich Liegeplätze und Bootshallen geschaffen werden konnten. Der WCO, unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Heiko Orlamünder,  durfte sich von Anfang an in der IGO richtungsweisend engagieren und nahm dadurch die Gelegenheit war, Vereinsanlagen im unteren Bereich der Ochtum, frei von Silberstau und Spille-Brücke, auch größeren Booten zur Verfügung stellen zu können und reagierte so, auf den anlagenbedingten Mitgliederschwund. Der WCO brachte eine Stahl-Steganlage von 80 m Länge im Ochtum-Durchstich aus. Die Anlage wurde 1977 in Strom, ebenfalls wieder in Eigenarbeit, zusammengebaut und in einem Stück, in einer abenteuerlichen Fahrt, durch den engen Flußlauf und die Niedervielander Ochtumschleuse (Silberstau) zum neuen Durchstich verholt. Über die IGO wurden außerdem weitere zusätzliche Liegeplätze nach einem vereinbarten Schlüssel an die interessierten Vereine im Altarm der Ochtum verteilt. Auch diese neuen Liegeplätze konnten in Eigenarbeit hergestellt und 1978 in Benutzung genommen werden. Im Jahre 1981 wurde der Altarm abgedämmt und mit einer Schleuse versehen, so dass er heute ein strömungs- und tidefreies Gewässer bildet, dass als Sportboothafen ebenso gut wie auch als Trainingsrevier für die Jüngsten, idyllisch, benutzbar ist.

 

Parallel zu den Bemühungen um neue Liegeplätze liefen Verhandlungen zwecks Erwerb eines Vereinsgeländes im Bereich des Ochtum-Dreiecks zur Errichtung einer Winterlagerhalle. Diese konnten aber erst nach langen Jahren, im Jahre 1987 zum Abschluß gebracht werden.

 

 

Nun kam mit der neuen Bootslagerhalle die bislang wohl größte Herausforderung auf den Verein zu. Die Art der Ausführung und Frage der Kostenumlegung wurden in unzähligen Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen erörtert. Nach Abwicklung des sehr aufwendigen Baugenehmigungsverfahrens und Klärung des schwierigen Finanzierungsproblems konnte die Halle dann gebaut werden, in der nun auch die Jugendabteilung ihren festen Bereich hatte. Die erste Bootseinlagerung fand im Dezember 1992 satt. In den folgenden Jahren konnte der WCO unter der Leitung von Peter Schumacher mit Hilfe der Mitglieder und uns wohl gesonnenen Unternehmen, Clubraum und Sanitärtrakt endgültig im Jahre 1997 fertig stellen. Jetzt hatten wir auch im Altarm und Durchstich endlich ein eigenes richtiges "Zuhause"!

 

Nach 50 Jahren hat der WCO heute Liegeplätze für über 60 Boote an der Ochtum (Anlagen im Altarm, im Durchstich und in Strom). Außerdem wurden, dem Zwang der  größer werdenden Schiffseinheiten folgend, einige Liegeplätze für "Dickschiffe" im Sportboothafen Großensiel bei Nordenham angepachtet. Nicht zufrieden stellend ist z.Z. eigentlich nur die Situation in Strom, weil es nicht gelungen ist, das Bootshaus und die Anlage mit geeigneten kleineren Booten zu beleben bzw. wieder voll zu nutzen.

 

Der WCO pflegt hauptsächlich den Fahrtensport. Das gemeinsame Ziel der Mitglieder, Freude und Entspannung auf dem Wasser zu suchen, hat den Verein zu einer großen Familie werden lassen.

Während in den ersten Jahren nach der Gründung mit den kleineren Booten nur Ziele an der Weser, Lesum, Hamme usw. angelaufen werden konnten, weht unser Stander heute überall innerhalb und außerhalb des Reviers und sind die Boote des WCO auch in fernen Häfen an der Nord- und Ostsee zu sehen. Trotzdem sind traditionell in unserem Verein überwiegend Boote beheimatet, die watttauglich trocken fallen können. Es wird auch gern am Regattasport  teilgenommen. Hier ist darauf hinzuweisen, daß bereits seit 1952 Segelregatten zwischen den Ochtumvereinen ausgetragen werden, bei denen Mitglieder des WCO viele Erfolge erzielt haben. Die alljährlich im Herbst stattfindene Ochtum-Regatta und der Winterball im November, auf dem die Preisverteilung stattfindet, hat also eine lange Tradition.

 

Die lohnenden Fahrtenziele in unserem Revier werden durch Weservertiefung und Deichschutz (wie Sperrwerke und Spundwände statt Strand) leider immer weniger. Das Interesse am Wassersport wächst dennoch! So entstand 1981 eine Segelgemeinschaft zwischen dem WCO und der Schule an der Butjadinger Straße mit 14 vereinseigenen Booten, durch die viele Kinder den Zugang zum Wassersport gefunden haben. Einige sind inzwischen zu aktiven Wassersportlern herangewachsen. Es wurden offizielle DODV-Regatten ausgerichtet, und die Beteiligung an Trainingsangeboten am Gardasee und anderen interessanten Opti-Segelgewässern gefördert.

 

Der WCO bemüht sich, das Vereinsleben durch vielfältige Aktivitäten zu bereichern. Neben der Jüngstenarbeit, deren Höhepunkt die Teilnahme an den Opti-Regatten, bis hin zur deutschen Meisterschaft darstellt, werden Segel- und Motorbootführerscheinkurse durchgeführt. Gemeinsame Segeltörns und Wochenendtreffen, Vereinsfeste, Informations- und Forbildungsabende runden das Programm ab. Nicht zu vergessen und daher nochmals zu erwähnen sind die geliebten, aber unerlässlichen Arbeitsdienste, ohne die ein Wassersportverein nicht lebensfähig wäre.

 

 

Große Aufgaben liegen hinter uns und wurden gemeinsam bewältigt. Weitere Anstrengungen werden nötig sein, um das Geschaffene und die Möglichkeiten zur Ausübung des Wassersports im WCO zu erhalten. Nur ein guter innerer Zusammenhalt gewährleistet den Fortbestand eines Vereins. Wenn dies nach nunmehr 50 Jahren auch von den kommenden Generationen beachtet wird, ist die Zukunft des WCO gesichert.